Bei der Haartransplantation, die eine personalisierte Behandlung ist, spielt die Art des Haarausfalls, die Struktur der Haare und die Haarqualität im Spenderbereich eine wichtige Rolle für den Erfolg der Operation eine wichtige Rolle. Bei der Haartransplantation ist nicht immer möglich mit einem standardisierten Vorgehen ein natürliches Ergebnis zu erreichen. Aus diesem Grund ist es unbedingt wichtig ein personalisierte Haardesign zu erstellen und mit dem Design die richtige Haartransplantationstechnik zu wählen. Ein weiterer ausschlaggebender Faktor bei der Diagnose des Haarausfalls, in allen Phasen der Haartransplantation und den Ergebnissen der Haartransplantation sind ethnische Unterschiede.  Eine weltweite Studie an Personen, die eine Haartransplantationen vornehmen ließen hat gezeigt, dass manche Arten von Haarausfall bei bestimmten ethnischen Gruppen häufiger vorkommt.

Die Gewohnheiten bestimmen den Haartyp

Die Traktionsalopezie, die durch  das zu feste Zusammenbinden oder Flechten des Haares zu Zöpfen zu Haarverlusten am vorderen Haaransatz oder an den Seiten führt, kommt häufiger bei Afro-Amerikanischen Frauen vor. Die fest und dünn geflochtenen Zöpfe, die schon im Kindesalter geflochten werden, haben sich bei den Afro-Amerikanischen Frauen als traditionelle Frisur durchgesetzt. Dieses feste Flechten der Zöpfe, dass bereits 3500 v. C. in Ägypten begonnen und sich danach auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet hat, wurde in der afrikanischen Kultur als Kommunikationsmittel angenommen. Genauso dienten die Zöpfe dazu die Stammesangehörigkeit, das Alter, den Familienstand und den sozialen Status der Person anzuzeigen.

Jede Rasse lässt spezifische Haartransplantationen machen

Ethnische Unterschiede haben großen Einfluß auf die Transplantationsvorlieben bei Haaren und beim Bart. Um ein Beispiel zu geben, sind bei Patienten aus arabischen Ländern Transplantationsbehandlungen von Schnurr- und Bärten an erster Stelle. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass bei Männern im Mittleren Osten ein dichter Bart für seine Kraft und Männlichkeit steht. Europäer hingegen bevorzugen im Gegensatz zu den Arabern, die bei Barthaartransplantationen klare Linien bevorzugen, eher ein natürliches Aussehen. Auch wenn in verschiedenen Quellen von vielen Haartypen die Rede sein kann, so wird in der Medizin doch nur von 3 verschieden ethnischen Gruppen unterschieden: Blond (Asien), Weiß (Kaukasisch) und Schwarz (Afrika). Auch wenn die Haarstruktur dieser drei ethnischen Gruppen sich in ihrer Chemie und den Proteinen gleichen, unterscheiden sie sich in ihrem Wachstumsverhalten, ihrer Dichte und ihrem Durchmesser.

Um diese Unterschiede tabellarisch darzustellen:

Wie auch aus dieser Tabelle hervorgeht, hat jede Rasse ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Während die Asiaten das schnellste Wachstumsmuster von etwa 15,3cm pro Jahr und eine mittlere Haardichte haben, haben Afrikaner das langsamste Haarwuchsmuster und die geringste Haardichte und die Kaukasier ein mittleres Haarwuchsmuster und die dichteste Haardichte. Das wichtigste Kriterium, ob eine Person für eine Haartransplantation geeignet ist oder nicht ist die Haardichte im Spenderbereich.

Die Haardichte setzt sich aus zwei Faktoren zusammen:

  • Die Haarfollikelanzahl pro Quadratmeter und der Durchmesser des Haares. Die Haarfollikel enthalten durchschnittlich ein bis vier Haarwurzeln.

Bei der Betrachtung der Durchmesser der verschiedenen ethnischen Gruppen fällt auf:

  • Während der Querschnitt des asiatischen Haares rund und gerade ist, ist das afrikanische Haar flach und das kaukasische Haar oval.
  • Während die Asiaten den größten Durchmesser haben, haben Afrikaner nur einen kleinen Durchschnitt und Menschen mit heller Haut einen mittelgroßen Durchschnitt.

Die Dichte der Haarwurzeln ist auch wieder eine ethnische Charaktereigenschaft

Die Haarwurzeln der Asiaten bestehen aus Gruppen von zwei Haarwurzeln, Afrikaner haben Follikel, die drei Wurzeln beinhalten, wohingegen Kaukasier Follikel haben, die aus drei oder vier Haarwurzeln bestehen. Dass das dünne Haar der Afrikaner dennoch so voll aussieht, liegt daran, dass sie krauses Haar haben.  Dieser Charaktereigenschaft bietet bei der Haartransplantation die Möglichkeit, mit weniger Follikeln ein volleres Ergebnis zu erreichen. Auch wenn krauses Haar aus dieser Sicht einen Vorteil bieten mag, so kann es speziell bei der Entnahme der Follikel zu Komplikationen führen. Bei Afrikanern ist die Epidermisschicht (Oberhaut), die die Haarwurzel umgibt dicker und gespannter als bei anderen ethnischen Gruppen. Dies kann bei der Entnahme dazu führen, dass die Haarwurzeln beschädigt werden, reissen können oder eine hohe Transection (Follikelschaden der bei der Extraktion eintritt) vorkommt. Eine andere mögliche Komplikation ist die ‚Keloidose‘, die während der Wundheilung auftreten kann. Diese abnorme Wundentstehung, die dadurch entsteht, dass der Körper nach der Wundheilung noch immer eine hohe Zellbildung fortführt, kommt im Vergleich zu anderen ethnischen Gruppen bei Afrikanern öfter vor. Sofern die Haartransplantation durch einen Haartransplantationsspezialisten mit einem professionellen Team, modernen Gerätschaften, der richtigen Technik und mit Gründlichkeit ausgeführt wird, ist es sehr wohl möglich, erfolgreiche Ergebnisse aus der Haartransplantation zu erzielen.

Dr. Serkan Aygin Klinik führt seit langen Jahren Haartransplantationen bei afrikanisch stämmigen und kraushaarigen arabischen Patienten erfolgreich durch. Diese Haartransplantation erfordert im Vergleich zu Haartransplantationen mit normalem und glatten Haar vielmehr technisches Know-How und Aufmerksamkeit. Die Anzahl der Haare auf einen Quadratzentimeter sind bei Asiaten im Vergleich zu Kaukasiern oder Afrikanern geringer, jedoch wirkt das Haar aufgrund der Größe des Durchmessers dichter und voluminöser. Aufgrund dieser Eigenschaft des Haares, haben sie, wie die Afrikaner, den Vorteil, mit weniger Follikeln ein voluminöses Erscheinungsbild erreichen zu können. Asiaten können im Vergleich zu Kaukasiern über einen schmaleren bzw kleineren Spenderbereich verfügen. In einem solchen Fall kann die Haartransplantation durchgeführt werden, indem Follikel aus dem Bart oder den Brusthaaren (BHT) entnommen und transplantiert werden.

Die DHI-Methode bei der Haartransplantation

Die Follikel der Asiaten verfügen über einen aktiveren Metabolismus. Aus diesem Grund neigen sie eher dazu zu dehydrieren (auszutrocknen) und eignen sich daher nicht, über längere Zeit aufbewahrt zu werden. In der Anfangsphase der Haartransplantation werden die für die Haartransplantation entnommenen Follikel außerhalb aufbewahrt. In diesem Prozess muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Follikel unter den richtigen Bedingungen aufbewahrt und innerhalb kürzester Zeit implantiert werden.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsache kann gesagt werden, dass eine Haartransplantation mit der DHI-Technik, bei der die Verweildauer der Follikel auf ein Minimum reduziert wird, und dadurch eine bestmögliche Haartransplantation gegeben ist.

Die Kaukasier, die über die höchste Haardichte verfügen, können eine glatte, gewellte oder krause Haarstrukturen aufweisen und dabei Schwarz-, Braun-, Blond- und Rottöne aufweisen.

Der Farbton der Haare deutet auch auf die Haardichte der Person hin

Die höchste Haardichte haben mit durchschnittlich 146.000 Haaren blonde Menschen, die geringste Haardichte mit durchschnittlich 86.000 Haaren rothaarige Menschen. Kaukasier sind im Vergleich mit Afrikanern und Asiaten die ethnische Gruppe, die am häufigsten von Haarausfall betroffen ist. Wiederum wird gleichzeitig die auch als Anlagebedingter Haarausfall bekannte Androgyne Alopezie am häufigsten beobachtet.

Die Analyse der Kopfform;

Die Strecke von der Nasenspitze zum Hinterkopf ist im Vergleich zur horizontalen Strecke (der Teil von einem bis zum anderen Ohr über den Kopf) länger. Diese anatomische Eigenschaft ermöglicht es zum Einen, dass die unbehaarten Bereiche weiter verbreitet sind und dass im Frontotemporalen Bereich eine deutlicher ausgeprägter, symmetrischer und tieferer Rückzug entstehen kann.

Die vorteilhafte Rasse bei Haartransplantationen

Obwohl eine Haartransplantation bei Afrikanern und Asiaten möglicherweise mehr Transplantate als bei Kaukasiern benötigt, um ein voluminöseres Aussehen zu erhalten, ist die Kopfhaut von Kaukasiern flexibler als Afrikanern und Asiaten. Auch die Länge der Haarwurzeln sind im Vergleich zu den sehr langen Haarwurzeln der Asiaten, kürzer. Diese strukturellen Merkmale ermöglichen es, die Entnahme von Follikeln bei Kaukasiern leichter vorzunehmen, was dazu beiträgt, die Wahrscheinlichkeit von Schädigungen der Haarfollikeln und das Risiko einer Transsektion auf ein Minimum zu reduzieren, aber auch die Möglichkeit der Anwendung verschiedener Techniken wie Saphir-FUE, DHI und der rasurfreien Haartransplantation.